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Freitag, 24.11.2017

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Wendezone '89

Kantige Charaktere, Runde Tische und Träume von Demokratie

Plakat 1.7.2010

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Eine Veranstaltung aus der Reihe Nachlese - die üble im Rahmen der Ausstellung stud.Berlin

Do 8. Juli 2010 | 18:30 Uhr

Foyerbühne auf der Hegelbahn (Unigebäude Dorotheenstr. 24)

Alles auf Wende - alles auf Neu? Die "friedliche Revolution" erreicht die Humboldt-Universität in der Hauptstadt der DDR spätestens am 11. Oktober 1989, kurz nach dem "40. Republikgeburtstag". Vor der Mensa Nord hatten sich die Studierenden zu einer Protestkundgebung gegen Polizeieinsätze auf Demonstrationen am 7. und 8. Oktober eingefunden. Hier deutete sich bereits der bald erfolgende Bruch mit der studentischen Alleinvertretung durch die Freie Deutsche Jugend (FDJ) an, die wenig später zur Gründung unabhängiger Studentenräte und freigeistiger Zeitschriftenprojekte führte: Das Aktionsfeld war bereitet. Die Kritik weitete sich auf das Rektorat und die Parteileitung aus. Dem Vorwurf "autoritärer Führungsstile" wurde die Idee des alle politisch aktiven Gruppen zusammenführenden "Runden Tisches" entgegengestellt, der am 24. Januar 1990 seine Arbeit aufnahm...

Doch welche Optionen bleiben einer Hochschule, deren politische Entscheidungsträger_innen den Staat weitgehend schon überlebt haben, der sie hervorgebracht hat? Wie denkt mensch eine Universität neu, wenn alle wissenschaftlichen Grundlagen überholt scheinen, deren Abschlüsse umstritten sind und ihr Personal unter Spitzelverdacht steht? "Radikaler Bruch" oder "Demokratische Erneuerung" sind die viel diskutierten Alternativen für die Zukunft. - Angesichts der Forderungen nach Professionalisierung von Hochschulleitungen und Ausrichtung der Hochschulen nach Managementstrukturen heute, stellt sich die Frage, ob die Ideen der Runden Tische und die Leitbilder der Wende gescheitert sind? Ist die HU eine typische Westuni geworden oder hat sich in dieser Hauptstadtuniversität der Prototyp einer machtnahen Vorzeigeuni verwirklicht, in der mit jedem Systemwechsel auch die Eliten ausgetauscht wurden?

Hintergründe und Einschätzungen diskutieren Prof. Bernd Bank (ehem. Vizepräsident der HU, Institu für Mathematik), Prof. Rosemarie Will (Gründungsdekanin der Juristischen Fakultät HU), Rechtsanwalt Karl Schwarz (ehem. Kanzler der HU in der Wendezeit) und Dr. Peer Pasternack (ehem. Studierendenvertreter an der Universität Leipzig, jetzt wiss. Mitarbeiter am Institut für Hochschulforschung in Wittenberg), moderiert von Michael Plöse (Historische Kommission des StuPa HU).

Do., 08.07.2010 18:30 Alter: 7 Years